Donnerstag, 28. Juli 2016

Into the woods


Am Ende des Tages konnte ich keine Weggabelungen mehr sehen

Ich sage das wirklich ungern, aber mein Frauchen hat ne Orientierung wie ein Stein! Ihr erratet niemals, was die sich gestern für ein Ding gerissen hat...


Eigentlich fing der Tag ganz normal an: Frauchen und ich sind zur selben Zeit wie immer aufgestanden, haben Kaffee gekocht, gefrühstückt und uns fertig gemacht. Anstatt allerdings unsere morgentliche Runde zu drehen, sind wir dann ins Auto gestiegen und zu Frauchens Freunden gefahren. Nachdem wir uns alle auf die Rücksitzbank gequetscht hatten (Hallo? Ich fahr doch nicht in meinem Auto im Kofferrraum! Soweit kommts noch! *schnauf*), ging die Fahrt weiter.

Angehalten haben wir dann einer Ecke an der ich noch nie in meinem Hundeleben war. Direkt am Waldrand, wo es ganz wunderbar duftete, stiegen wir aus und stiefelten los - mitten in den Wald rein! Das war aufregend sag ich euch! Ich bin von einer Seite zur anderen gelaufen, weil ich gar nicht wusste, wo ich zuerst schnuffeln sollte.

Blümchen am Wegesrand gabs auch zu sehen
 
Inzwischen wusste ich auch was der Plan war: wir wollten durch den Wald wandern bis zu einer Gaststätte, da einkehren und was essen und dann wieder den Rückweg antreten. Laut Google Maps sollte man für diesen Fußweg nur 40 Minuten benötigen, also peilte Frauchen so in etwa eine Stunde zur Gaststätte hin und dann nochmal eine Stunde für den Rückweg an. In meinen Hundeohren klang das nach einem super Abenteuer! :D Doch dann kam alles anders als geplant!

Grün...
Zuerst wollte Frauchen ihre tolle Wander-App einschalten, um unseren Weg aufzuzeichnen. Leider musste sie feststellen, dass sie im Wald weder GPS Empfang hatte, noch ein wirklich gutes bzw. ausreichendes Internet Signal. Nachdem sie dann nach gefühlten 30 Minuten ihr Handy schnaubend in ihren Rücksack gesteckt hatte, konnten wir dann auch endlich richtig los. Eigentlich hieß es wir müssten nur geradeaus gehen, aber bereits nach ein paar Metern kam die erste Weggabelung. An dieser Stelle wählten Frauchen und ihre Freunde zum Glück noch den richtigen Weg. Wir kamen wie beschrieben an einer Straße an, an der auch die Wanderroute abgebildet war, die wir laufen wollten. Also schnell ein Foto gemacht, sich die Zahlen eingeprägt, denen wir laut dieser Karte folgen sollten, um ans Ziel zu kommen, und weiter ging der Marsch.

Bald nachdem wir die Straße hinter uns gelassen hatten, kamen wir erneut an eine Weggabelung mit 3 Wegen. An keinem dieser Wege waren allerdings die Zahlen an den Bäumen aufgemalt, denen wir laut der abfotografierten Karte folgen sollten. An dieser Stelle sei gesagt, dass Frauchen und ihre Freunde keine Ahnung von "Wanderzahlen" an Bäumen haben, geschweigeden wie man sich sonst in einem Wald orientiert. Frauchen und ihre Freunde entschieden sich schließlich - nachdem sie keinerlei Ähnlichkeit mit der abfotografierten Karte und den Wegen vor sich entdecken konnten - für die goldene Mitte und damit für unser Verderben.

...und noch mehr Grün!

Ein Hornissennest?
Nach über einer Stunde ziellosem Umherwandern und etlichen Weggabelungen später kamen wir wirklich nur zufällig an jenem See heraus, der sich in der Nähe des Gasthauses befinden sollte (zumindest das hatte Frauchen sich gemerkt!). Die Zahlen an den Bäumen stimmten zwar immer noch nicht, aber durch das Dickicht konnte man das Gasthaus bereits erahnen. Da wir ja nun unser Ziel in greifbarer Nähe hatten, beschlossen wir zunächst noch einmal den See, der eher einem Tümpel glich, zu umrunden. Auf diesem Weg wurde ich von ekelhaften, riesigen Killerameisen angegriffen und bin wie von der Tarantel gestochen losgeflitzt, um diese Dinger abzuschütteln, die über meine Pfoten gelaufen sind! Außerdem haben wir ein mega Insektennest am Baum gefunden (wahrscheinlich Hornissen?) und haben uns dann ganz ganz schnell aus dem Staub gemacht. Sogar der ein oder andere kleine Frosch ist über den Waldboden gehüpft und Frauchen war ganz enttäuscht, dass es kein verwunschender Prinz war ;)

Der See-Tümpel


Ich fand den echt ziemlich interessant und wollte unbedingt nach unten, aber Frauchen meinte das wäre viel zu hoch und steil nach unten, die olle Spielverderberin!

Als wir den See also einmal umrundet hatten und zurück zum Gasthaus liefen, mussten wir feststellen, dass es noch geschlossen hatte und erst in über einer halben Stunde öffnen würde. Und da fassten Frauchen und ihre Freunde den fatalen Entschluss noch ein Stückchen weiter in den Wald hineinzulaufen, man könne ja dann wieder zurücklaufen. Etliche Riesenameisen und Weggabelungen später standen wir im Wald und wussten nicht, welchen Weg wir einschlagen sollten. Hier waren die Zahlen an den Bäumen Symbolen gewichen und auch besser, öfter und übersichtlicher, als auf dem Weg bis zur Gaststätte zu sehen. Und auch die Wegweiser waren in regelmäßigen Abständen aufgestellten und zeigten die jeweiligen Kilometer bis zum nächsten Ziel. Aber dennoch waren wir an einem Punkt angelangt, an dem wir entscheiden mussten, ob wir die nächsten 2 Kilometer bis zur nächsten Gaststätte laufen wollten oder umkehren und zur geschlossenen Gaststätte zurücklaufen wollten. Dummerweise entschieden sie sich für keine der beiden Möglichkeiten, sondern beschlossen einen Weg zurück zur Straße zu finden, um sich dort abholen zu lassen und zuhause eine fette Pizza zu bestellen. Ich glaube Frauchen hatte ein wenig Angst, dass ich mitten im Wald schlapp machen würde, weil wir inzwischen schon seit über 2 Stunden im Wald umherstiefelten und ich das ja nicht gewöhnt bin so Monsterstrecken zu laufen. Deswegen hat sie wahrscheinlich auch den Vorschalg gemacht die nächste Straße und somit den Weg aus dem Grünen und zurück in die Zivilisation zu nehmen. Ich fand das ja sehr lieb von Frauchen und ich war auch ein bisschen erschöpft, aber ich war so aufgepusht von den ganzen neuen Eindrücken, dass ich einfach immer weiter tapfer vorangelaufen bin. 

Die wunderschöne Lichtung *-*


Jedenfalls können wir alle von Glück reden, dass nicht alle Handys ihren Geist im Wald aufgegebn hatten, sondern eins noch funktionierte, sodass wir eine grobe Orientierung hatten, wo sich die nächste befahrene Straße befinden musste. Also liefen wir immer in diese Richtung, die uns das Ding anzeigte, jedoch kam weit und breit keine Straße in Sicht. Dafür kamen wir an einer wundervollen Lichtung vorbei, die so schön im Sonnenschein aussah, das wir kurz stehenblieben und den Blick genossen. Inzwischen hatte auch die 3. Stunde angefangen und als immer noch keine Straße in Sicht war, fingen wir einen Mountainbiker ab (einer der wenigen Menschen, die uns an diesem Tag begegneten) und fragten ihn, ob wir auf dem richtigen Weg seien bzw. ob hier demnächst eine befahrene Straße kommen würde. Ich muss sagen, dass er schon ein wenig belustigt wirkte, allerdings erklärte er uns netterweise geduldig den Weg. Und ratet mal, wo dieser Weg endete? Ganz genau! Nämlich an der Gaststätte, in der wir ursprünglich einkehren wollten. Inzwischen hatte diese auch geöffnet, allerdings wollten Frauchen und ihre Freunde nur noch nach Hause und die fette Pizza verdrücken, von der sie schon die ganze Zeit geredet hatten. Unterhalb der Gaststätte befand sich schließlich auch die befahrene Straße und ein Parkplatz auf dem wir uns entkräftet haben abholen lassen. Wenn ihr mich fragt, ist es ein Wunder das wir nach fast 4 Stunden und mindesten 10 km Fußmarsch, trotzdem wieder da rausgekommen sind, wo wir ursprünglich hinwollten und uns nicht immer weiter und tiefer im Wald veriirt haben.


Und ich? Ja ich hab das ganze natürlich super gemeister, sagt mein Frauchen. Und das ich zäh wie ein Turnschuh sei *hehehehehe* Aber jetzt wo wir so unter uns sind kann ich es euch ja sagen: am Ende war ich auch ziemlich platt und froh das wir es heil aus dem Wald rausgeschafft haben, ohne das man Suchtrupps nach uns schicken musste. Das Frauchen ist allerdings unverbesserlich und plant schon die nächste Wanderung - diesmal aber auf offenem Gelände! ;D

Ist euch sowas mit euren Frauchen auch schonmal passiert? Oder kennt sich euer Frauchen im Wald aus?

Kommentare:

  1. Ich weiß genau, wovon Du da berichtest. Zum Glück habt Ihr den Weg nach Hause gefunden.

    Wir haben uns mal in Lengerich verlaufen, standen im Wald ohne Netz und fanden nicht mehr heim. Wir haben aber Hilfe bekommen, sonst hätten wir es nicht mehr bis zum Auto geschafft.

    Eine grausame Erinnerung. Zum Glück war Socke da noch fitter, denn wir waren schon zu erschlagen, als wir sie hätten noch tragen können.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Ja im Wald kann man schon was erleben ;D wir waren auch froh, als wir dann wieder in der Zivilisation angekommen waren. Aber ein unvergessliches Abenteuer wird dieser Tag immer bleiben :D

      Liebe Grüße
      Corinna und Wera

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